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05.02.26

Blog-92-4

Wein mit Freunden #92 Ein Carant für guten Geschmack

In unserem Podcast „Wein mit Freunden“ präsentieren euch Antonia, Benni, David, Memo, Gianluca und Cossi alle zwei Wochen einen Wein aus unserem Sortiment. Als Weingenießer, aber auch als Profis: Antonia, Memo und David haben den WSET Level 3 (Wine Spirit Education Trust). Sie erzählen euch Interessantes und Wissenswertes aus der Weinwelt und Gianluca verrät euch die besten Wein-Speisen Kombinationen zu den Weinen.

In Folge #92 dreht sich bei uns alles um einen charakterstarken Rotwein aus dem Friaul: den Carant vom Weingut Reguta. Gemeinsam tauchen wir ein in die spannende Cuvée aus Refosco dal Peduncolo Rosso, Merlot und Cabernet Sauvignon und sprechen darüber, warum das Friaul nicht nur für große Weißweine, sondern auch für elegante, tiefgründige Rotweine steht.


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Rebsorte

Refosco del Peduncolo Rosso, Merlot, Cabernet Sauvignon

Der Carant vom Weingut Reguta ist eine charakterstarke Rotwein-Cuvée aus dem Friaul – einer Region, die zwar international vor allem für ihre Weißweine bekannt ist, auch großartige Rotweine hervorbringt. Für den Carant setzt Reguta auf eine spannende Kombination autochthoner und internationaler Rebsorten, die gemeinsam Kraft, Eleganz und aromatische Tiefe erzeugen.   

Refosco dal Peduncolo Rosso
 

Diese uralte friulanische Rebsorte gilt als eine der wichtigsten Identitätsgeber der Region. Ihr Name bezieht sich auf die rötlich gefärbten Stiele („peduncolo rosso“) der Trauben. Refosco bringt strukturierte, tiefdunkle Weine mit lebendiger Säure hervor – oft mit Aromen von Sauerkirschen, Pflaumen, Kräutern und einem leicht würzigen, fast pfeffrigen Unterton. Genau diese Frische und Würze sorgt im Carant für Spannung und Trinkfluss.   

Merlot
 

Merlot fühlt sich im Friaul seit dem 19. Jahrhundert ausgesprochen wohl und hat hier längst eine zweite Heimat gefunden. Die Rebsorte steuert saftige Frucht, weiche Tannine und eine geschmeidige Textur bei. Typisch sind Noten von reifen Kirschen, Pflaumen und manchmal auch ein Hauch Schokolade – perfekt, um dem Refosco etwas Rundheit und Charme zu verleihen.   

Cabernet Sauvignon
 

Als internationaler Klassiker bringt Cabernet Sauvignon Struktur und Tiefe in die Cuvée. Schwarze Johannisbeeren, dunkle Kirschen, Kräuteranklänge und würzige Nuancen sorgen für Komplexität. Im Carant fungiert Cabernet als Rückgrat und gibt dem Wein den letzten Schliff.

Der Wein

Der Carant wird aus selektiv gelesenen Trauben vinifiziert, die nach der Lese schonend verarbeitet werden. Die Gärung erfolgt temperaturkontrolliert, um Frucht und Frische zu bewahren, bevor der Wein zur Reifung in Holzfässer kommt. Dort kann er Struktur entwickeln, ohne seine regionale Typizität zu verlieren. Ziel ist kein lauter Blockbuster, sondern ein balancierter, eleganter Rotwein mit Tiefgang.   

In unserer Verkostung zeigte sich der Carant ausgesprochen vielschichtig: In der Nase duften Veilchen, reife Kirschen und saftige Pflaumen, begleitet von feinen Kräuternoten und einem Hauch Muskatnuss, der an die Reife im Holz erinnert.   

Am Gaumen überzeugt der Wein mit einer gut eingebundenen Säure, die Frische verleiht und die dunkle Frucht präzise trägt. Die Tannine sind präsent, aber geschliffen, die Textur wirkt elegant und harmonisch. Ein Wein, der Kraft und Finesse gekonnt miteinander verbindet – typisch Friaul, nur eben in Rot.

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Der Winzer

Wenn wir über das Weingut Reguta sprechen, lohnt sich zuerst ein Blick auf seine Ursprünge.
Nicht weit von der antiken Römerstadt Aquileia und der berühmten venezianischen Festungsstadt Palmanova liegt der kleine Ort Pocenia – mitten im Herzen des Friauls. Diese Gegend, nahe der friulanischen Adriaküste, bietet perfekte Bedingungen für den Weinbau. Kein Wunder also, dass hier einige der renommierten Friuli-DOC-Weine entstehen. Genau an diesem Ort wurde im Jahr 1928 das Weingut Reguta gegründet – von Ettore Anselmi. Seine Leidenschaft für den Weinbau, sein Wissen und vor allem seine tiefe Verbundenheit mit der Region hat er an seine Kinder und Enkel weitergegeben. Heute führen Giuseppe und Luigi Anselmi diese Tradition fort.

Springen wir in die Gegenwart:
Das Weingut bewirtschaftet heute rund 250 Hektar Weinberge – man könnte sagen, ein grüner Garten direkt am Meer. Die Reben profitieren von den kühlenden Meeresbrisen und wachsen auf tonhaltigen, mineralreichen Böden, die den Weinen ihren charakteristischen Ausdruck verleihen. Angebaut werden sowohl traditionelle, autochthone Rebsorten wie Refosco dal Peduncolo Rosso, Friulano, Pignolo, Ribolla Gialla oder Verduzzo, als auch internationale Klassiker wie Merlot, Pinot Grigio, Chardonnay und Cabernet Sauvignon. Das Ergebnis sind aromatische Weine mit klarer Identität und Wiedererkennungswert. 

Und noch ein spannender Punkt zum Schluss:
Reguta zählt zu den größten Produzenten und Abfüller von Prosecco DOC Spumante in Friaul-Julisch Venetien – ein Beweis dafür, wie breit  das Portfolio dieses Weinguts aufgestellt ist.

Zum Weingut

Wein-Speisen Kombination

Der Carant zeigt sich als idealer Essensbegleiter für aromatisch intensive, langsam gegarte Gerichte. Seine dunkle Frucht, die floralen Noten von Veilchen, die Würze von Kräutern und Muskatnuss sowie die elegante, gut eingebundene Säure harmonieren perfekt mit kräftigem Fleisch und erdigen Aromen.   

Geschmortes Rindfleisch oder Ossobuco greifen die Struktur des Weins auf, während Rosmarin, Thymian und Knoblauch seine Kräuteranklänge unterstreichen. Auch bei Wildgerichten – etwa Hirschragout oder Rehrücken – entsteht eine wunderbare Verbindung: Die Wildaromen treffen auf Frucht und Frische, die Säure des Carant sorgt dafür, dass der Gaumen nicht ermüdet und jeder Bissen Lust auf den nächsten Schluck macht.   

Für die italienische Küche ist der Wein ohnehin wie gemacht: Tagliatelle al Ragù profitieren von seiner saftigen Kirschfrucht die sich auch perfekt mit der Säure des Tomaten Sugo verbindet, Pilzrisotto spiegelt seine erdigen Noten wider, und eine klassische Lasagne findet im Carant einen eleganten, nicht zu dominanten Gegenpart.   

Zum Abschluss oder als Käsebegleiter überzeugt er mit mittelgereiftem Pecorino, Montasio oder Grana Padano: Salz und Umami treffen auf Frucht, die Tannine werden weich – ein rundes, langes Finale ist garantiert.   Kulinarische Inspirationen zu genau solchen Kombinationen findet man übrigens auch bei Gianluca auf Tik Tok: iam.gianiluca


Weinwissen


IGP, DOC und DOCG  

Auf italienischen Etiketten begegnen uns häufig die Kürzel IGP, DOC und DOCG – sie geben Auskunft über Herkunft und Qualitätsstufe eines Weins.   

IGP (Indicazione Geografica Protetta) oder IGT (Indicazione Geografica Tipica) bezeichnet Weine mit geschützter geografischer Angabe und erlaubt den Winzern relativ viel Freiheit bei Rebsorten und Stilistik.   

DOC (Denominazione di Origine Controllata) ist strenger geregelt: Herkunft, Rebsorten, Erträge und Ausbau sind genau definiert.   

DOCG (Denominazione di Origine Controllata e Garantita) stellt die höchste Stufe dar – mit zusätzlichen Kontrollen und Verkostungen vor der Freigabe.   

Gerade im Friaul nutzen viele ambitionierte Winzer bewusst die IGP-Kategorie, um kreative Cuvées wie den Carant zu erzeugen, die nicht in ein enges Regelwerk passen – und trotzdem höchste Qualität liefern. Für Weinliebhaber heißt das: nicht nur auf die Buchstaben schauen, sondern ins Glas.